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Grundriss und Rundgang: Was Gäste vor der Buchung sehen wollen

· von Daniel Bernhard

Aufgeschnittenes Bauernhaus von schräg oben: Unter den Dachbalken liegt eine Ferienwohnung mit Wohnzimmer, Küche, Bad und zwei Schlafzimmern, ringsum Wiesen im Abendlicht
Bild: KI-generiert

Airbnb hat am 30. September 2026 neue Werkzeuge für Gastgeber angekündigt. Eines davon sind interaktive 3D-Grundrisse. Sie sollen Gästen helfen, die Aufteilung einer Unterkunft schon vor der Buchung zu verstehen.

Kommen sollen die Grundrisse laut Airbnb „später in diesem Herbst“. Für welche Länder, steht noch nicht fest. Interessant ist die Ankündigung trotzdem. Sie zeigt, dass eine große Plattform an einer Lücke arbeitet, die viele Gastgeber kennen: Fotos zeigen einzelne Räume, aber nicht, wie sie zusammenhängen.

Warum Gäste die Aufteilung kennen wollen

Gäste buchen eine Wohnung, um darin zu leben. Sie wollen wissen, wer wo schläft und wie die Wege sind. Einzelne Fotos beantworten das oft nicht.

Eine Familie mit kleinem Kind stellt sich vor der Buchung zum Beispiel diese Fragen. Liegt das Kinderzimmer neben dem Elternschlafzimmer? Muss man nachts durch das Wohnzimmer ins Bad? Ist die Treppe ins Dachgeschoss steil? Bei zwei befreundeten Paaren geht es eher darum, ob beide Schlafzimmer gleich groß sind.

Solche Fragen landen sonst per Mail oder Telefon bei Ihnen. Oder der Gast bucht lieber eine andere Unterkunft, bei der er es sehen kann.

Was fehlende oder unpassende Fotos kosten

Fehlende Bilder halten Gäste vom Buchen ab. In einer Umfrage der Expedia Group vom Juli 2026 nannten 48 Prozent fehlende aussagekräftige Fotos von wichtigen Räumen als Grund, eine Unterkunft nicht zu buchen.

Befragt wurden im April 2026 gut 1.700 Erwachsene aus sieben Ländern, darunter Deutschland. Alle hatten in den zwölf Monaten davor eine Ferienunterkunft gemietet.

Auch Fotos, die zu viel versprechen, schaden. In einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2020 berichteten 24 Prozent der Online-Bucher, dass Fotos und Angaben des Anbieters nicht zu dem passten, was sie vor Ort vorfanden. Laut derselben Umfrage lesen 69 Prozent der Online-Bucher vor der Buchung Bewertungen.

Wir gehen davon aus, dass ein Gast, der sich die Wohnung größer vorgestellt hat, das oft in die Bewertung schreibt. Die nächsten Gäste lesen es dann.

Was ein Grundriss zeigt und was nicht

Ein Grundriss zeigt die Aufteilung auf einen Blick. Gäste sehen, wo Schlafzimmer, Bad und Küche liegen und wie groß die Räume ungefähr sind.

Für viele Ferienwohnungen gibt es Pläne aus der Bauzeit oder vom Umbau. Daraus lässt sich eine einfache Skizze machen, auf der jeder Raum benannt ist. Eine solche Skizze können Sie auf Ihrer Website neben die Fotos stellen.

Ein Grundriss hat aber Grenzen. Er zeigt nicht, wie hell ein Raum ist, wie die Dachschräge wirkt oder was man aus dem Fenster sieht. Dafür braucht es Bilder, die den Raum so zeigen, wie er ist.

Fotos, die zeigen, wie Räume zusammenhängen

Gute Fotos bleiben die Grundlage, auch mit Grundriss. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rät in ihren Tipps für Ferienhöfe: „Verwenden Sie lieber mehr Bilder als zu wenig.“ Außerdem empfiehlt sie natürliche und authentische Fotos vom eigenen Hof.

Für die Aufteilung hilft es, wenn einige Fotos durch eine offene Tür in den nächsten Raum zeigen. Dann sieht der Gast, dass die Küche direkt an das Wohnzimmer grenzt oder dass das Bad am Ende des Flurs liegt. Fotografieren Sie dafür aus Augenhöhe und in der Reihenfolge, in der ein Gast die Wohnung betritt.

Die Kammer weist auch auf die Bildrechte hin. Sind Gäste auf den Fotos zu sehen, müssen sie mit der Veröffentlichung einverstanden sein.

Was ein 360-Grad-Rundgang zusätzlich zeigt

Ein 360-Grad-Rundgang besteht aus Rundum-Aufnahmen, durch die sich Gäste selbst bewegen. Sie gehen virtuell vom Flur in die Küche und vom Schlafzimmer auf den Balkon. Dabei sehen sie jeden Raum aus allen Richtungen, auch die Ecken, die auf Fotos oft fehlen.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen schreibt in ihren Tipps für Ferienhöfe, ein virtueller Rundgang sei „weniger manipulierbar, als Fotos und Texte von Urlaubsinseraten“. Weiter heißt es: „Vor allem bei Urlaubern, die schon mal getäuscht wurden, weckt ein virtueller Rundgang viel Vertrauen.“

Ein Rundgang beantwortet also beide Fragen zugleich. Gäste verstehen die Aufteilung, und sie sehen, wie die Räume wirklich aussehen.

Ein Beispiel von einem Ferienhof

Stellen Sie sich eine Ferienwohnung im ersten Stock eines Bauernhauses vor. Sie hat zwei Schlafzimmer, eines davon unter der Dachschräge. Auf den Fotos sieht das Dachzimmer gemütlich aus. Dass man am Fenster nur gebückt stehen kann, sieht man nicht.

Im Rundgang klickt sich der Gast vom Flur ins Dachzimmer und schaut sich um. Er sieht die Schräge, das Bett darunter und den Blick auf die Weide. Wer damit gut leben kann, bucht mit dem richtigen Bild im Kopf. Wer nicht, sucht weiter, bevor es zu einer enttäuschten Bewertung kommt.

Was Sie jetzt tun können

Sie müssen nicht auf die Werkzeuge von Airbnb warten. Die folgenden Schritte können Sie für Ihre Website und Ihre Einträge auf Portalen sofort angehen.

  1. Schreiben Sie in jede Wohnungsbeschreibung, wie viele Schlafzimmer es gibt, welche Betten darin stehen und in welchem Stockwerk die Wohnung liegt.
  2. Nennen Sie Besonderheiten offen, etwa eine steile Treppe, eine Dachschräge oder ein Bad, das man über den Flur erreicht.
  3. Prüfen Sie, ob es zu jedem Raum mindestens ein Foto gibt, auch zu Bad und Küche.
  4. Lassen Sie aus vorhandenen Bauplänen eine einfache Grundriss-Skizze anfertigen und zeigen Sie sie auf Ihrer Website.
  5. Lesen Sie Ihre Bewertungen auf Sätze wie „kleiner als gedacht“ durch. Diese Stellen zeigen, wo Fotos und Wirklichkeit auseinanderliegen.
  6. Wenn Sie mehrere Wohnungen oder einen großen Hof haben, kann sich ein 360-Grad-Rundgang lohnen. Er lässt sich auf Ihrer eigenen Website einbinden und zeigt neben den Wohnungen auch den Hof.

Ein guter erster Schritt ist ein Blick auf Ihre Wohnungsseite mit den Augen eines Gastes. Wissen Sie danach, wer wo schläft und wie man ins Bad kommt?

Quellen

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